Es gibt kurlige Sachen, die sind so kurlig, dass ich sie einfach ausprobieren muss. Camera Tossing ist so eine Sache. Kamera-Werfen. Es funktioniert auf den ersten Blick ganz einfach: Lange Belichtungszeit an der Kamera einstellen, Auslöser drücken und Kamera in die Luft werfen. Heraus kommen sollten dann solche Kunstwerke. Sollten! Bei mir kamen bis heute nur ansatzweise ausstellungswürdige Fotos heraus. Das liegt wohl an der fehlenden oder falschen Lichtquelle.
Digitalkamera
Lächel-Zwang
Was tun, wenn die «immer noch mehr Megapixel»-Formel ausgereizt und auch der sonstige Funktionsumfang kompakter Digitalkameras den Kunden nur noch ein müdes Lächeln entlockt? Sony hat die Antwort gefunden in Form eines Roboter-Untersatzes. Auf dessen Halterung passen zwei neue Kamera-Modelle die dank Robi zur «Party Cam» mutieren. Ich verwendete im Test die DSC-WX1.
So geht's: Robi dreht und neigt die Kamera, bis deren Auge ein Gesicht erkennt. Das zoomt sie dann formatfüllend heran. Die Gesichtserkennung ist verblüffend präzise. Und auch, ob das Gesicht lächelt - oder nicht. Denn nur ein lächelndes Gesicht löst eine automatische Aufnahme aus. Das ist doof. Ich stelle mir eine Party vor: Die Kamera steht irgendwo in der Mitte des Raums, dreht und neigt sich, erkennt Gesichter und könnte diese nun alle knipsen. Tut sie aber nicht, weil die ganze Party bekokst und voller Lethargie ist. Gut, vielleicht ist es besser, wenn von so einer Party keine Fotos existieren. Es gibt ja aber auch Partys, an denen die Teilnehmer diskutierend herumstehen ohne aufgesetztes Dauer-Grinsen. Auch davon gibt's dann nur wenige Aufnahmen. Sony, schade! Die Idee ist cool, aber lasst den Anwender doch bitte das Zwangslächeln per Menü ausschalten. Wir sind nicht in Japan!
Ziemlich abgedreht: Sonys Party Shot
Wie du mir, so ich dir!
D5000: Lieber nur fötelen!
Welche der drei Kameras filmt am besten in HD?
Eine lächerliche Frage! Natürlich die Nikon D5000. Sie hat einen super Bildsensor - das sieht man bei den Fotos - und ein ordentliches Objektiv. Und - ja - es ist eine Nikon! Als jahrelanger Nikon-Anwender war für mich deshalb der Fall klar.
Dann aber kam Guido mit seiner Flip Mino HD und verlangte den direkten Vergleich. «Überflüssig!» monierte ich. Der Fall ist eh klar. War er aber leider nicht.
Um es kurz zu machen: Die kleine Flip Mino HD hat das schärfere und generell bessere Bild und sogar den klareren Ton. Die Aufnahme der Nikon ist verwaschen
Wieso versagt die Nikon - und die Samsung WB500 mit einem total farblich überzeichneten Bild sowieso?
Es kann nur an dem liegen, was nach dem Sensor kommt, also jenem Prozess, der früher «Filmentwicklung» hiess. Da gab es ja auch Qualitätsunterschiede. Die heutige Filmentwicklung heisst Software resp. «Codec» und berechnet aus jenen Daten, die der Sensor liefert, das für uns am Computer sichtbare Resultat. Bei der Nikon rechnet diese Prozedur dann sogar Artefakte in den Hintergrund, wie beim Video unten zu sehen ist. Schlimm!
In diesem Bereich hat Nikon also noch einiges nachzuholen, wenn sie auch im Videobereich die von ihnen gewohnte Potenz bieten wollen. Und auch Samsung sollte über die Bücher, es sei denn es ist Absicht, dass die Handys aus dem selben Haus bald besser filmen werden als die Digitalkameras.
Detaillierte Interpretationen der Testresultate bei Guido.
Test der Nikon D5000 auf Dkamera.de: «Videofunktion nicht überzeugend»
