Nostalgisches Abtauchen im Sportmuseum Basel

Das Begehlager des Sportmuseums Basel - und was der Schweizer Alpenmyhos mit Ski fahren zu tun hat.

Die Skier von Marie-Theres Nadig und Alt-Bundesrat Tschudi.

Die Skischuhe von Primin Zurbriggen.

Die Kuh-Glocke von Ernst Schläpfer und der Zigaretten-Sponsor.

Ferdy Küblers Sieger-Trikot.

Selbstversuch mit dem Hochrad.

(Video: Nadia Ticozzi)

 

 

Das Museum
Seit kurzem hat das Sportmuseum Basel eine neue Hauptattraktion: Ein begehbares Lager zeigt alles, was das Museum besitzt. Sagenhafte 150'000 Objekte sind für die Besucher zugänglich, wobei das Museum grosszügig rechnet und jedes Buch oder Foto mit zählt.

Dennoch: Man müsste wohl ein Jahr frei nehmen und sich jeden Tag acht Stunden im Lager aufhalten, um alle Objekte betrachten zu können. Der Besuch des Begehlagers ist also wenig vergleichbar mit einem klassischen Museumsbesuch, bei dem man oft den Ansatz hat, alles zu sehen. Hier geht es viel mehr um ein Eintauchen in die Vergangenheit und mit spontan ausgewählten Objekten in sportlichen Erinnerungen zu schwelgen.

Das Schwelgen
Uf u dervo hat genau das gemacht und unter anderem Ferdy Küblers-Leadertrikot entdeckt, Marie –Theres Nadigs original Rossignol-Ski bestaunt, an einem Skischuh von Pirmin Zurbriggen geschnüffelt, eine Kuhlocke von Schwingerkönig Ernst
Schläpfer geschwungen und ein Hochrad bestiegen. Letzteres gibt’s nur für Gruppenbesuche - mit kompetenter Führung.

(Video: DVD «Das Sportjahr», Sportmuseum Schweiz)


Der Besuch
Einzelpersonen kommen am Sonntag um 14 Uhr in den Genuss einer öffentlichen Führung.
Ansonsten ist das Lager Montag bis Freitag geöffnet von 14 bis 17 Uhr.

Das Lager ermöglicht den Besuchern einen Einblick in das sportkulturelle Erbe der Schweiz. Dabei geht es nicht nur um Resultate: Sport hinterlässt Spuren in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Mode und Freizeitverhalten – aber auch beim menschlichen Körper. Diesem Phänomen trägt das Sportmuseum Schweiz Rechnung, in dem es sich mit sämtlichen Dimensionen des Sports auseinandersetzt.

www.sportmuseum.ch

 

Ab in den Stollen: Das Bergwerk Gonzen


 

Mitschnitt der Sendung vom 1.10.2011 auf DRS 3



Das Bergwerk

«Die Schweiz ist reich an armen Rohstoff-Abbaugebieten». Der Satz gilt auch für den Gonzen. Der Sarganser Hausberg war Jahrzehnte lang Erz-Abbaugebiet, bis das Verhältnis von Aufwand und Ertrag in den 60er Jahren nicht mehr stimmte und die Konkurrenz aus dem Ausland zu mächtig wurde. Heute lebt das Bergwerk Gonzen als 1:1-Museum weiter. Die 2.5stündige Normalführung ist seit Jahren ein Monate im voraus ausgebuchter Renner, bei der grossen und 1tägigen Führung dringen die Besucher schon ziemlich weit hinein in den Berg und das 90km umfassende Stollennetz – aber das wirklich umfassende und massive Bergmanns-Gefühl stellt sich erst bei jenen Besuchern ein, die sich satte zwei Tage «unter Tag» begeben - auf einer packenden 2tägigen Führung der Superlative.

Die Führung

Start der 2tägigen Führung ist beim Stollenbahnhof. Von dort fahren die Teilnehmer mit einer kleinen Eisenbahn, die aus dem Europa-Park stammen könnte, durch den Basis-Stollen. Anschliessend geht’s los, immer weiter und höher in den Berg – mit zwei Führern, die ihr ganzes Fachwissen und ihre Begeisterung über das Bergwerk zum Ausdruck bringen. Im Zentrum der Nausgrube auf rund 1000 Höhe kommen bei vielen männlichen Teilnehmern WK-Gefühle auf. Die ganze Gruppe isst, trinkt Wein vom Bergwerk-eigenen Rebberg und übernachtet in einem gut ausgebauten, atom-sicheren Null-Stern-Hotel – eine ehemalige Festung der Schweizer Armee. Der Höhepunkt findet am zweiten Tag am früheren Nachmittag statt, wenn die Teilnehmer nach zwei Tagen im Berg bei einer Luftfeuchtigkeit von 90-95% und einer Temperatur um die 10 Grad durch ein kleines Loch im Berg fast ganz oben dem Gonzen entsteigen und auf einer Wiese den Blick ins Tal geniessen können.

 

Den wahren Meister macht das Brot

Dass ich nicht Zopf backen kann hat sich mittlerweile in der SAC-Hüttenwelt herumgesprochen. Hier das unförmig-aufgequollene Resultat meiner Bemühungen auf der Leglerhütte im Winter 2010.

Dieses Wochenende war ich auf der Dossenhütte. Hüttenwartin Cyrille (by the way: «Vielen Dank. Es waren zwei fantastische Tage!») sprach mich prompt auf das Leglerhütten-Zopf-Versagen an und demonstrierte mir, wie so ein Gebäck aussehen muss. Nämlich so:

Grosse Klasse!

Aber: Der Mensch lebt nicht vom Zopf allein, sondern auch vom Brot. Und da konnte mir bis jetzt noch keine Hütte das Wasser reichen. So muss das aussehen!

Brot «Widmers Ur-Typ Kruste 3000» mit einwöchiger Frische-Garantie. Auf die Hütte damit!

1000er-Stägli

740 Treppenstufen hat das Prime Tower-Hochaus in Zürich, das höchste Hochhaus der Schweiz. Besitzt dieses Hochaus deshalb auch die meisten Treppenstufen der Schweiz? Nein! Es gibt eine Treppe in der Schweiz, die über 1000 Stufen hat. Das Tausender-Treppchen bei Rothrist. Es führt auf den Jurahügel neben der Autobahn A1, auf den Born. Die Treppe ist beliebt bei Joggern zum trainieren und bei Wanderern, weil man über die Treppe schnell und direkt zu einem schönen Aussichtspunkt gelangen kann - und weil die Treppe immer so aussieht, als wenn sie gerade gestern erst neu gebaut worden wäre. Sie befindet sich immer in einem perfekten Zustand - dafür sorgen vier rüstige Rentner aus der Region.

Mitschnitt der Sendung vom 21.5.2011 auf DRS 3


View 1000er Stägli in a larger map

 

Informationen der Gemeinde Aarburg zum 1000er-Stägli

Die Geschichte des 1000er-Stägli auch zum Anhören

 

 

Der Born von der Belchenflue aus mit Hägendorf. Das 1000er-Stägli liegt auf der anderen Seite.

 

 

Hammer-Käfer


Gametipp vom 9.3.2011 auf DRS 3


Gute Games kommen aus dem Ausland. Stimmt. Meistens. Aber es gibt Ausnahmen. Der Käfer ist eine Ausnahme. Beyond Ynth. Das Labyrinth-Spiel für Apples i-OS-Plattform hat den International Mobile Gaming Award gewonnen. Entwickler des Spiels ist Adrian Pflugshaupt.

Ich habe mit ihm gesprochen über die Schweiz als Platz für Game-Entwickler, die Liebe zu Käfer, welche Games er selber spielt und wie er die Möglichkeiten einschätzt, mit mobilen «Wegwerf»-Spielen seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Protagonist von Beyond Yint ist ein kurliger Käfer, der übernatürliche Kräfte hat.

Der Spieler muss den Käfer durch verschiedenste Holzkasten-Labyrinte lenken und Kristalle einsammeln.

Das Spiel «made in Switzerland» hat eingeschlagen wie eine Bombe. Zu recht! Liebevollste Grafik, anspruchsvolle Rätsel und eine fantastische Steuerung. Mich persönlich reisst nur schon der Soundtrack vom Hocker. Endlich mal etwas anderes als das ewige Pieps-Geloope vergleichbarer Spiele. Aber hört …

… und schaut selber:


Adrian Pflugshaupt hat allen Grund zur Freude. Meine Prognose: Der Käfer wird noch ganz gross einschlagen. Adrian arbeitet derzeit an einer Version für den PC.

 

CeBIT 2011: Die Chefin von Halle 2

Wer in einer der riesigen CeBIT-Hallen einem seitlichen Gang entlang geht oder bei einer der vielen Türen nach links oder rechts schaut, wird früher oder später eine «Halleninspektion» sehen. Jede Halle hat eine solche Inspektion.

Halleninspektion: Das tönt nach Polizei und Ordnungsbussen - so schlimm sind die Inspektoren aber nicht. Vor allem nicht jene von Halle 2. Hier amtet Kirsi Wassmann zusammen mit Sven Rieck und hat dabei alles andere als eine «Zwei» auf dem Rücken. Sie ist Chefin von rund 15'000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, wobei dieses Jahr IBM rund einen Viertel davon belegt und für den Aufbau des gigantischen Standes beinahe einen Monat benötigt hat.

Seit sechs Jahren ist sie mit dabei, immer dann, wenn eine Halleninspektorin benötigt wird, also zur Hannover Industriemesse etwa oder wie jetzt zur CeBIT.

Ihr kleines überheiztes Büro mit trockener Luft («das Fenster öffnen können wir nicht, da draussen immer alle rauchen und es dann nur stinkt hier drin») ist zwar nur wenige Meter abseits des Rummels in Halle 2 und eine Oase der Ruhe. Während des Messebetriebs finden ab und zu hilfesuchende Personen den Weg ins Büro oder ein Schweizer IT-Journalist, der für das Netzkabel mit den drei Steckern keinen Adapter mitgenommen hat und sich den mittleren Stift absägen lässt, um dennoch an Strom zu kommen (ja: Ich vor fünf Jahren!).

In regelmässigen Abständen muss Kirsi Wassmann aber raus in den Rummel resp. rein ins Getümmel der Halle, um zu überprüfen, ob sich alle nach den Regeln verhalten, die Standbetreiber also zum Beispiel keine Kabel quer über die Wege herumliegen gelassen haben, so dass Besucher stürzen könnten.

Probleme gibt es dabei selten, die meisten Aussteller sind einsichtig. Höchstens Vor-und nach dem Messebetrieb kann es schon mal vorkommen, dass die Nerven blank liegen, dann, wenn alle im Auf-und Abbaustress sind. «Da muss ich dann schon ab und zu mal ziemlich bestimmt werden - und lauter - damit die Mannen spuren!» meint Kirsi Wassermann. Zum Glück ist aber übermässiger Alkoholkonsum heute kaum mehr ein Problem. Anders als früher, da habe sie verschiedenste Geschichten gehört, es muss teilweise recht übel zu-und hergegangen sein.


Kirsi Wassmann: «Kinder sind sie alle!»


 

CeBIT 2011: Eitel Sonnenschein mit vielen Wolken

Das finden wir sexy: Ein Hybrid-Tablet von Dell.

Das finden nur Nerds sexy: Ein Blade-Server von IBM.

Ohne Server keine Tablets und keine Smartphones. Denn die kleinen mobilen Begleiter sind für uns nur sinnvoll brauchbar, wenn wir auf Daten und Dienste im Internet (in der «Cloud») zugreifen können - und die benötigen immer mehr Rechenleistung.

Damit das  alle begreifen also quasi essend verinnerlichen verteilt Microsoft an seinem riesigen Stand in Halle 2 Clouds, Wolken in Form von Marshmallows.Kistenweise.